Die Verbindung zur Datenbank konnte nicht hergestellt werden.
Mögliche Gründe:
Dieses Projekt arbeitet mit subtilen visuellen und auditiven Wahrnehmungen.
Bitte verwenden Sie gute Kopfhörer.
Stellen Sie Ihre Lautstärke zunächst auf einen mittleren Bereich ein. Je nach verwendetem Kopfhörer kann die Wahrnehmung stark variieren – passen Sie die Lautstärke bei Bedarf individuell an.
Diese Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden.
{{ testState.resultPlayback.type === 'visual' ? 'Modus: Nur Bild (Stumm)' : testState.resultPlayback.type === 'audio' ? 'Modus: Nur Ton (Blind)' : 'Modus: Realität (Bild & Ton)' }}
Tippen Sie ausserhalb, um zu schliessen
© 2025 Eline Brändle
Ein interaktives Experiment
{{ mode === 'mode1' ? 'Das unverfälschte Erlebnis.' : 'Visuelle Lautstärke trifft auf akustische Stille (oder umgekehrt).' }}
Spielt ein zufälliges Video mit Originalton ab.
Wählen Sie Video und Ton manuell aus.
Phase 1: Visuelle Stille (Ordnen Sie nach visueller Lautstärke)
Phase 2: Auditive Stille (Ordnen Sie nach auditiver Lautstärke)
Ergebnis: Der Vergleich
In diesem Experiment werden Ihnen 10 zufällige Szenen präsentiert.
1. Zuerst sehen Sie nur das Bild (ohne Ton) und ordnen es von "Laut" nach "Still".
2. Danach hören Sie nur den Ton (ohne Bild) und ordnen ihn erneut.
3. Am Ende vergleichen wir Ihre visuelle und auditive Wahrnehmung.
Audio wird abgespielt...
{{ testState.step === 1 ? 'Beurteilen Sie nur das Visuelle.' : 'Beurteilen Sie nur das Auditive.' }}
{{ getInterpretation(res.diff) }}
Bewerten Sie 15 zufällige Videos
Video {{ volumeTestState.currentIndex + 1 }} von {{ volumeTestState.selectedVideos.length }}
Ihre Ergebnisse
In diesem Test werden Ihnen 15 zufällige Videos präsentiert.
Bewerten Sie jedes Video auf einer Skala von 1 (sehr still) bis 10 (sehr laut).
Am Ende erhalten Sie eine Übersicht über alle Ihre Bewertungen.
Was haben Sie empfunden? Wie hat sich Ihre Wahrnehmung verändert? Hinterlassen Sie einen Gedanken für zukünftige Besucher.
Ein interaktives Kunstprojekt zur Wahrnehmung von Stille
Stille ist etwas zutiefst Individuelles. Jeder Mensch trägt eine andere Vorstellung davon in sich. Was für den einen still ist, kann für den anderen laut sein. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar: Stille ist kein Zustand – sie ist eine Vorstellung.
In unserer Realität existiert keine absolute Stille. Die Welt steht niemals still. Alles ist in Bewegung: der Wind, das Wasser, die Städte, die Menschen, unsere eigenen Gedanken. Wahre Stille, im absoluten Sinne, gibt es erst im Tod.
Diese Erkenntnis führte mich zu einer grundlegenden Frage: Wie können wir Stille überhaupt wahrnehmen, wenn wir ständig denken, die Welt sich immer bewegt und es akustisch niemals vollkommen ruhig wird?
Die Antwort liegt in unseren Sinnen. Wir Menschen haben zwei Sinnesorgane, die Stille – aber auch Hektik und Lärm – wahrnehmen können: das Auge und das Ohr. Wir nehmen Stille sowohl visuell als auch auditiv wahr. Doch diese beiden Wahrnehmungen stimmen oft nicht überein.
Visuell erscheint uns etwas schnell als still: eine nächtliche Gasse, in der nichts in Bewegung ist, eine weite Landschaft, etwas ästhetisch Schönes, das uns innerlich beruhigt. Das Auge findet schnell zur Ruhe.
Auditiv hingegen ist es nie wirklich still. Wir hören immer etwas. Was wir als Stille empfinden, ist in Wahrheit nur relative Leise. Unsere auditive Wahrnehmung orientiert sich an der Lautstärke: Leise nehmen wir als ruhig wahr, laut als Lärm.
Mit diesem Projekt wollte ich diese Wahrnehmung von visueller und auditiver Stille erlebbar machen. Da Stille für mich etwas zutiefst Individuelles ist, habe ich ein interaktives Kunstprojekt entwickelt, bei dem Sie selbst herausfinden können, was Stille für Sie bedeutet.
All diese Funktionen führen zu einer zentralen Erkenntnis: Stille ist keine Eigenschaft der Welt – sie ist eine Eigenschaft Ihrer Wahrnehmung.
Zwei Menschen können am selben Ort stehen. Der eine empfindet Stille, der andere Lärm. Der Unterschied liegt nicht im Ort – er liegt im Menschen.
Dieses Projekt gibt Ihnen die Werkzeuge, um Ihre eigene Wahrnehmung zu verstehen. Nicht um sie zu bewerten. Nicht um sie zu verändern. Nur um sie zu sehen.
Und das ist der erste Schritt, um Stille zu finden: Zu wissen, was Stille für Sie bedeutet.
Was Sie damit erreichen: Sie erleben ein Video mit seinem echten, unveränderten Ton – so wie es tatsächlich vor Ort aufgenommen wurde.
Worauf Sie achten sollten: Achten Sie darauf, ob der Ton Ihren Erwartungen entspricht. Oft klingt eine Szene anders, als das Bild vermuten lässt. Hören Sie genau hin: Welche Hintergrundgeräusche nehmen Sie wahr, die Sie auf den ersten Blick nicht erwartet hätten?
Was Sie damit erreichen: Ein zufälliges Video mit Originalton wird abgespielt. Mit der Endlosschleife können Sie sich durch verschiedene Szenen führen lassen, ohne selbst auszuwählen.
Worauf Sie achten sollten: Dieser Modus eignet sich, um verschiedene Orte zu entdecken, ohne vorher zu wissen, was kommt. Beobachten Sie Ihre erste Reaktion: Empfinden Sie die Szene als still oder laut?
Was Sie damit erreichen: Sie wählen ein Video aus, aber der Ton stammt von einer zufällig anderen Aufnahme. So erleben Sie bewusst eine Kombination, die nicht zusammengehört.
Worauf Sie achten sollten: Achten Sie auf den Kontrast zwischen Bild und Ton. Passt das Visuelle zum Auditiven? Wie verändert sich Ihre Wahrnehmung des Bildes, wenn ein "falscher" Ton dazukommt? Fühlt sich die Kombination störend oder überraschend stimmig an?
Was Sie damit erreichen: Sie wählen Video und Ton getrennt aus und bestimmen selbst, welche Kombination entsteht. So können Sie gezielt Kontraste oder Harmonien erzeugen. Ich empfehle besonders, Bild- und Tonspuren desselben Ortes miteinander zu kombinieren. Ein spannendes Beispiel hierfür ist die Verknüpfung des Videos „Bellevue Nacht" mit der Tonspur „Bellevue".
Worauf Sie achten sollten: Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Kombinationen. Was passiert, wenn Sie ein ruhiges Bild mit einem lauten Ton verbinden – oder umgekehrt? Welche Kombination empfinden Sie als angenehm, welche als unangenehm?
Was Sie damit erreichen: Sie erfahren, wie unterschiedlich Sie dieselben Szenen visuell (nur Bild) und auditiv (nur Ton) einschätzen. Am Ende sehen Sie, bei welchen Videos Ihre Einschätzung stark abweicht.
Was Sie damit erreichen: Sie bewerten 15 Videos auf einer Skala von 1 (sehr still) bis 10 (sehr laut). Am Ende sehen Sie eine Übersicht, die zeigt, was Sie persönlich als still oder laut empfinden.
Worauf Sie achten sollten: Bewerten Sie nach Ihrem spontanen Eindruck. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten – es geht um Ihre persönliche Wahrnehmung. Schauen Sie sich am Ende an, welche Videos Sie besonders still oder besonders laut fanden.
Der Arbeitsprozess: von der ersten Idee, über die Techniken bis hin zur Umsetzung
Scrolle durch alle Kapitel des Arbeitsprozesses
Zu Beginn des Arbeitsprozesses erhielten wir von unserer Betreuungslehrperson, Sabrina Barbieri, einen umfassenden fachlichen Input. Sie beleuchtete verschiedene künstlerische Medien und Herangehensweisen und zeigte anhand konkreter Beispiele auf, wie sich das Thema "Stille" vielfältig umsetzen lässt. Diese theoretischen Grundlagen bildeten für mich eine wertvolle Basis und lieferten zahlreiche Anknüpfungspunkte für mein eigenes Projekt.
Hier sind die zentralen Aspekte, die ich aus dem Vortrag für meine Arbeit mitgenommen habe:
Im zweidimensionalen Bereich haben wir die Freiheit, sowohl abstrakt als auch figurativ zu arbeiten. Besonders spannend ist dabei der Umgang mit dem Format: Das Spektrum reicht von minimalen Arbeiten (z.B. 1x1 cm) bis hin zur grossflächigen Wandgestaltung. Auch der dreidimensionale Raum kann hierbei mit einbezogen werden.
Zur Inspiration wurden uns verschiedene künstlerische Positionen vorgestellt:
Wenn alles still ist – im Schlaf, beim Cellospielen oder in Momenten der Ruhe – ordnen sich meine Gedanken, und ich finde zu innerer Ruhe. Auch beim Sport, wenn ich an meine körperlichen Grenzen gelange, entsteht eine besondere Form von Stille: Die Konzentration richtet sich ganz auf den gegenwärtigen Moment, während alles andere in den Hintergrund tritt. Ähnlich wirkt die nächtliche Stille, in der Gedanken langsamer werden und sich klären. Diese unterschiedlichen Formen von Stille könnten eine gute Idee sein, um solche Momente oder Zustände bildnerisch festzuhalten.
Notizen vom Input Malerei und Zeichnung
Auch digitale Medien bieten vielfältige Möglichkeiten, das Thema zu bearbeiten. Durch Collagen – ob analog oder digital – lassen sich Kompositionen neu ordnen und gänzlich "neue Welten" erschaffen.
In diesem Bereich konnte ich mir die Umsetzung mittels Stop-Motion besonders gut vorstellen. Meine konkrete Idee war, eine digital gezeichnete Stop-Motion-Animation eines Sonnenaufgangs oder der Unterwasserwelt zu erstellen und diese mit passenden Toneffekten zu untermalen.
Notizen vom Input (Digitales) Collagieren & Animation sowie Fotografie
Ein zentraler Leitsatz für dieses Medium lautete: "Das Konzept bestimmt, wie das Bild aussehen soll." Die Fotografie dient hier nicht der reinen Abbildung, sondern der bewussten Inszenierung.
Die Arbeitsweise von Sophie Calle, insbesondere ihre Zusammenarbeit mit blinden Personen, empfinde ich als sehr inspirierend. Es wäre spannend, diesen Ansatz weiterzudenken und mit tauben Personen zu arbeiten.
Um das abstrakte Thema «Stille» greifbar zu machen und meine persönlichen Assoziationen zu ordnen, habe ich eine Mind Map erstellt. Im Zentrum dieser Mind Map steht die Leitfrage: «Wann begegne ich Stille?» Dabei haben sich vier Hauptbereiche herauskristallisiert:
Persönliche Mind Map zur Ideenfindung
Während des Brainstormings kamen mir erste Ideen zur Umsetzung. Dabei sticht besonders die Technik Stop-Motion (durch Modellieren oder digitales Zeichnen) heraus. Die Stop-Motion ist für mich ein Medium, das einen Prozess oder eine Entwicklung aufzeigt, wie etwas passiert, und mit dem man somit auch eine Geschichte erzählen kann.
Als ich mir die Mind Map nochmals genau angeschaut habe, wollte ich unbedingt ein Projekt umsetzen, das nicht nur ein riesiges Problem in der Natur darstellt, sondern wo auch «politische Stille» herrscht: das Thema Überfischung. Ich finde, dass dies eines der stärkeren Themen ist, da alle davon betroffen sind. Hinzu kommt, dass viele mit diesem Projekt mitfühlen und verstehen können, warum das jetzt genau «Stille» ist. Wenn ich einfach meine stillen Landschaften zeige oder die Stille in meinem Alltag, kann ich viele Betrachter vielleicht gar nicht abholen, da sie meine Ausgangslage nicht verstehen. Darum habe ich mich für ein grosses Problem entschieden, das in der Gesellschaft und Natur herrscht.
Ich habe dabei schon eine konkrete Idee, was ich genau machen will. Da mir die Technik Stop-Motion beim Input unserer Betreuungslehrperson super gefallen hat und ich auch schon ein paar Erfahrungen mit diesem Medium gesammelt habe, denke ich, dass das super passen würde. Man kann durch Stop-Motion eine konkrete und vielaussagende Geschichte entwickeln. Um nicht nur das Visuelle zu haben, plane ich, auch auditiv etwas zu machen, um die ganze Wirkung nochmals zu verstärken. Hierbei bin ich mir noch unsicher, ob ich das materiell oder digital ausführen sollte.
Im Geografieunterricht haben wir das Thema Überfischung und Grundschleppnetze behandelt, und in Biologie eine Doku geschaut, in der gezeigt wurde, wie durch genau solche Grundschleppnetze lebendige Bereiche im Meer zerstört werden. Ganze Korallenriffe werden vernichtet, den Fischen werden die Lebensräume genommen und sie werden selbst in zu grossen Mengen gefischt, sodass es nicht genügend Fortpflanzung geben kann, um diese Ausbeutung auszugleichen. Somit werden die Fische im Stillen immer weniger und das Meer wird auch immer stiller. In der Doku gab es eine Szene, die mir ganz besonders eingefahren ist: Zuerst wurde ein ganz lebendiges Korallenriff gezeigt, das jedoch durch das Durchfahren der Grundschleppnetze komplett zerstört wurde. Schlussendlich blieben nur noch zerstörte Riffstücke zurück und sonst gar nichts. Der Sand war nur noch aufgewirbelt und aus einer lebendigen Unterwasserwelt wurde eine tote und triste Welt.
Dabei ist diese Szene in drei Handlungen aufgeteilt. Zuerst die lebendige Unterwasserwelt, danach wie das Grundschleppnetz vorbeizieht und schlussendlich die tote Unterwasserwelt. Diese drei Handlungen habe ich auch versucht zu zeichnen und habe drei Skizzen gemacht.
Erste Skizzen der Handlungsphasen
Um eher noch ein bisschen offener zu bleiben, habe ich mir noch zwei weitere Techniken überlegt, wie ich das Projekt umsetzen könnte. Und zwar wäre dies eine Rauminstallation, die genau diese drei Phasen aufzeigt, oder eine 3D-Illusion.
Nach der ersten Ideenfindung und den Skizzen habe ich meine Gedanken in einem formalen Konzept schriftlich festgehalten. Darin definiere ich mein Thema: Die Bodendestruktion durch Grundschleppnetze. Das beigefügte Dokument erläutert detailliert:
Hier geht es zum vollständigen Konzept: 📄 Konzept PDF ansehen
Im Anschluss an mein schriftliches Konzept habe ich die Machbarkeit der verschiedenen Optionen nochmals überdacht. Dabei habe ich mich bewusst gegen zwei der ursprünglichen Ideen entschieden:
Gegen die Rauminstallation sprachen vor allem die technische Umsetzung und der Materialaufwand. Es fiel mir schwer, eine praktische Lösung zu finden, um Elemente wie "schwebende Fische" oder massive Korallenriffe glaubhaft im Raum zu inszenieren. Zudem fehlte mir hier die Möglichkeit, die Geschichte und den zeitlichen Ablauf der Zerstörung so klar zu erzählen, wie es für meine Botschaft nötig ist.
Auch die 3D-Illusion habe ich nach vertieftem nachdenken verworfen. Dafür gab es zwei Hauptgründe:
Aufgrund dieser Überlegungen hat sich die Stop-Motion-Animation als das ideale Medium herauskristallisiert. Sie erlaubt mir, organische Formen frei zu gestalten und vor allem den Faktor "Zeit" zu nutzen, um die Geschichte der Zerstörung Schritt für Schritt sichtbar zu machen.
Um herauszufinden, mit welcher Software sich eine gezeichnete Stop-Motion-Animation am besten umsetzen lässt, habe ich zunächst umfassend recherchiert. Dabei kristallisierte sich Adobe Fresco als eines der besten Programme heraus. Da uns die Schule Zugang zur Adobe Creative Cloud bietet, konnte ich die App direkt installieren und mich mithilfe von Tutorials in die Benutzeroberfläche und die Animations-Tools einarbeiten.
Ein zentrales Werkzeug in Fresco ist das sogenannte "Zwiebelschalenprinzip" (Onion Skinning), das für flüssige Bewegungsabläufe essenziell ist. Um die Technik zu testen, habe ich folgendes Vorgehen gewählt:
Mit diesem Bild erkläre ich, wo was im Programm ist
Und das ist das Video zur Animation
Das digitale Zeichnen und Animieren am Computer hat mir grossen Spass gemacht. Allerdings wurde mir während dieses Tests klar, welch enormer Aufwand dahintersteckt. Um das Korallensterben glaubhaft und "lebendig" darzustellen, müsste ich unzählige Details animieren. Ich realisierte, dass es mir sehr schwerfallen würde, das Projekt in der geplanten Qualität und Vollständigkeit alleine umzusetzen.
Parallel dazu entwickelte sich eine neue, experimentellere Idee, die auch für Aussenstehende einen spannenden Zugang bietet, da das Empfinden von Stille sehr individuell ist.
Stille kann man sowohl visuell als auch auditiv wahrnehmen – doch diese beiden Ebenen stimmen nicht immer überein.
Im Wald kann es visuell sehr ruhig wirken, während man auditiv das Rauschen der Strasse im Hintergrund hört.
Mein Ziel ist es nun nicht mehr, eine vorgefertigte Geschichte zu erzählen, sondern die Betrachter dazu zu bringen, ihre eigene Definition von Stille zu finden. Um Stille zu definieren, muss man auch ihren Kontrast – den Lärm – kennen.
Ich plane die Entwicklung einer interaktiven Webseite, auf der die Nutzerinnen und Nutzer selbst experimentieren können.
Die Besucher sollen spielerisch herausfinden, wie stark das Visuelle und das Auditive ihre Wahrnehmung beeinflussen. Wann empfinden sie etwas als still? Ist es das Bild oder der Ton, der dominiert? Das Projekt wird so zu einer individuellen Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung.
Um mein Konzept der interaktiven Webseite technisch sauber umsetzen zu können, muss ich ein einheitliches System haben. Da später jedes Video mit jeder beliebigen Tonspur kompatibel sein muss, dürfen die visuellen Aufnahmen keine stilistischen Brüche aufweisen. Aus diesem Grund habe ich mich vorab mit der Filmtechnik auseinandergesetzt und folgendes für meine Arbeit festgelegt:
Zunächst habe ich untersucht, wie viel von der Umgebung gezeigt werden soll. Hierbei waren zwei Einstellungsgrössen relevant:
Totale
Extreme Totale
Da ich keine Protagonisten oder spezifischen Objekte im Fokus habe, sondern die Atmosphäre eines Ortes einfangen will, habe ich mich für die Extreme Totale entschieden. Sie eignet sich am besten, um visuelle Stille (oder Lärm) in der Umgebung darzustellen.
Kamerabewegungen (wie Schwenks, Zoom, Kamerafahrten oder der Kippeffekt) dienen im Film dazu, den Fokus des Publikums aktiv zu lenken. Da ich dokumentarisch arbeite und aufnehmen will, was "einfach da ist", empfinde ich eine Kamerabewegung als störend. Sie würde dem Betrachter eine Sichtweise aufzwingen.
Ich werde mit einer statischen Kamera (Stativ) arbeiten. Das Bild soll ruhig stehen, damit der Betrachter den Ort ungestört wahrnehmen kann.
Um ein einheitliches Bildmaterial zu erhalten, muss auch die Perspektive bei allen Videos identisch sein.
Mein Ziel ist es, den Kontrast zwischen meiner visuellen und auditiven Wahrnehmung darzustellen. Die Kamera fungiert dabei als "mein Auge". Deshalb werde ich das Stativ konsequent auf meine Augenhöhe (ca. 1,60 m) einstellen. So sieht der Betrachter die Welt genau aus meiner Perspektive.
Damit der "Zufallsgenerator" auf der Webseite funktioniert und Bild und Ton nahtlos ineinandergreifen, benötigen alle finalen Clips exakt dieselbe Länge.
Für die Umsetzung meiner Videoaufnahmen hat mir die Schule die grundlegende Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Da für das Projekt der Ton jedoch eine zentrale Rolle spielt und die Schule kein Mikrofon mehr vorrätig hatte, habe ich meine Ausrüstung privat erweitert.
Aufbau vom Equipment
Um schon einmal erste Erfahrungen mit dem Mikrofon zu sammeln, habe ich ein paar Tests gemacht und geübt, damit umzugehen. Daraus ergab sich folgende Vorgehensweise:
Bei den Videoaufnahmen verbinde ich das Mikrofon direkt mit der Kamera, damit der Ton vom Mikrofon direkt im Videofile aufgenommen wird.
Ich drücke zuerst den Start/Rekord-Knopf beim Mikrofon und danach starte ich das Video. So stelle ich sicher, dass das ganze Video bereits die gute Tonaufnahme hat.
Zudem habe ich so eine Sicherheit: Falls etwas mit der Übertragung vom Ton auf die Kamera nicht funktioniert hat, habe ich immer noch die separate Tonaufnahme auf dem Zoom H5. Diese kann ich dann später passend zum Video zuschneiden.
Heute war ich in Pontresina spazieren und habe die Kamera mitgenommen, um meine ersten richtigen Aufnahmen zu machen. An einem schönen Weg, der um den Berg führt, habe ich einen guten Platz gefunden und gleich drei Videos gedreht.
Dabei fand ich es sehr spannend, dass auf dem Video etwas ganz anderes herauskam, als ich vor Ort wahrgenommen hatte. Auf den Aufnahmen fiel mir sofort der Lärm auf. Man hörte den Baulärm und das Leben unten im Tal sehr deutlich – Dinge, die ich während des Spaziergangs gar nicht so stark bemerkt hatte.
Mir ist dort klar geworden, dass es im Leben fast nie absolute Stille gibt. Man kann zwar "visuelle Stille" aufnehmen (z.B. Bäume, die sich im Wind bewegen), aber auditiv ist es selten ganz still. Selbst in der Natur dringen Geräusche wie Autos oder Baustellen durch. Trotzdem empfinde ich die Natur als still und entspannend, weil ich mich dort vom Alltagsstress entfernen kann. Stille bedeutet für mich also nicht, dass es totenstill sein muss, sondern dass ich abschalten kann.
Als ich versucht habe, die Kamera genau nach meinen vorherigen Regeln einzustellen (auf meiner Augenhöhe), habe ich gemerkt: Jeder Ort braucht etwas anderes.
Deshalb habe ich entschieden, flexibel zu bleiben: Wenn ich einfach die Umgebung filme, bleibe ich bei meiner Augenhöhe und dem weiten Ausschnitt (extreme Totale). Aber wenn ich etwas Bestimmtes zeigen will, passe ich den Winkel und die Höhe so an, wie es für den Ort am besten passt.
Später, als ich die Videos in Ruhe angeschaut habe, ist mir etwas Wichtiges aufgefallen: Dreissig Sekunden reichen kaum aus, um sich wirklich in die Atmosphäre hineinzufühlen und das Video voll aufzunehmen. Es wirkt zu hektisch.
Deswegen habe ich mich entschieden, meinen ursprünglichen Plan zu ändern: Die Videos werden nun eine Minute lang sein. So hat der Betrachter genügend Zeit, den Moment und die Stimmung wirklich auf sich wirken zu lassen.
Am Abend, als ich in der Ferienwohnung in der Loggia sass und für die Schule arbeitete, fiel mir draussen ein sehr schöner Sonnenuntergang auf. Ich habe spontan die Kamera geholt, um den Moment festzuhalten. Mein Fokus lag dabei voll auf den Wolken und dem Licht.
Visuell sah der Himmel für mich sehr beruhigend und friedlich aus. Aber direkt neben der Wohnung gibt es eine Bushaltestelle und eine kleine Strasse. Genau in dem Moment, als ich die Aufnahme machte, fuhr ein Bus vorbei. Zuerst habe ich mich gefragt, ob ich das so überhaupt verwenden kann. Wolken machen ja eigentlich kein Geräusch, und der laute Bus auf der Tonspur wirkte im ersten Moment irritierend und "falsch".
Nach kurzem Nachdenken habe ich aber entschieden, dass ich genau solche Aufnahmen behalten werde. Wenn ich zum Beispiel einen Baum filme, der sich bewegt, erwartet man automatisch das Geräusch von Wind. Bei den Wolken erwartet man Stille – und genau deshalb ist der Lärm des Busses hier so spannend. Das ist die Realität: Nur weil wir etwas Schönes sehen, das visuell still wirkt, heisst das nicht, dass es auch auditiv (vom Ton her) still ist.
Genau das ist der Sinn meines Projekts. Ich möchte die reale Stille zeigen und keine künstlich erzeugte perfekte Stille. Solche Momente zeigen den harten Kontrast zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir hören. Im Alltag fällt mir das oft gar nicht auf, aber mein Projekt soll genau diese Unterschiede sichtbar machen, damit man für sich selbst herausfinden kann, was Stille eigentlich bedeutet.
Den heutigen sonnigen Herbsttag habe ich direkt genutzt, um weitere Videoaufnahmen zu sammeln. Ich bin mit dem Fahrrad zu verschiedenen Kulissen gefahren, um unterschiedliche Stimmungen einzufangen.
Mein erster Stopp war direkt vor meiner Haustür, wo ich in den Wald gefilmt habe. Im Hintergrund waren Kuhglocken zu hören – eine sehr idyllische Stimmung. Danach fuhr ich zu einer Stelle oberhalb des Bahnhofs Feldbach. Von dort hat man einen Blick auf den Bahnhof, die Seestrasse und den See. Dieser Ort war besonders spannend, da man sowohl die Geräusche der Züge als auch der Strasse hören konnte.
Leider musste ich feststellen, dass viele dieser Aufnahmen unbrauchbar sind. Ich hatte vergessen, den Autofokus richtig einzustellen, weshalb das Bild bei fast allen Videos unscharf wurde.
Glücklicherweise hat eine Aufnahme dennoch super funktioniert. Sie ist scharf und man sieht bis nach Rapperswil, was visuell sehr schön aussieht. Im Hintergrund hört man dazu passend einen Bauern bei der Arbeit und das Rauschen der Seestrasse.
Als Nächstes positionierte ich mich auf der Brücke über dem Bahnhof Feldbach und filmte auf die Gleise hinunter. Dabei habe ich verschiedene Szenarien festgehalten: die Einfahrt des Zuges, die Abfahrt beider Züge und die leeren Gleise, wenn gerade nichts fährt.
Besonders die Aufnahme der Zugeinfahrt wäre visuell hervorragend geworden und sah sehr cool aus.
Leider kann ich dieses Video trotzdem nicht nutzen. Ein Passant wurde neugierig, was ich da mache, und hat mir direkt in die Aufnahme geredet.
Zum Schluss bin ich direkt an den See gefahren. Da die Seestrasse hier sehr nah am Ufer verläuft, entstand genau der Kontrast, den ich suche: Man hört das natürliche Rauschen der Wellen, das sich mit dem Lärm der vorbeifahrenden Autos vermischt. Ich habe hier mit verschiedenen Bildwinkeln experimentiert.
Auch hier hatte ich Pech mit der Technik. Bei einigen Clips wurde der Ton nicht richtig aufgezeichnet oder die Datei ging verloren.
Zum Glück konnte ich wenigstens eine Aufnahme retten. Diese ist wirklich toll geworden und zeigt genau die Stimmung, die ich mir vorgestellt habe.
Da heute technisch viel schiefgelaufen ist (Unschärfe, Störung durch Personen, Ton-Verlust), habe ich mir eine Checkliste für die kommenden Drehtage erstellt, die ich vor jeder Aufnahme durchgehe:
Dieser Tag war regnerisch und stürmisch. Ich wollte dieses Wetter nutzen, um mit dem Element Wasser zu spielen und zu testen, wie der Regen in den verschiedenen Videoaufnahmen zur Geltung kommt.
Für mich persönlich hat Regen – sei es das Tröpfeln auf ein Glasdach oder das allgemeine Prasseln – eine sehr beruhigende Wirkung. Obwohl es ein Geräusch ist, nehme ich in diesem Moment "Stille" wahr. Diesen speziellen Effekt wollte ich einfangen.
Dafür habe ich Aufnahmen an drei verschiedenen Orten gemacht:
Als ich heute nach der Schule nach Hause kam, fiel mir der Sonnenuntergang in Kombination mit dem starken Nebel auf. Ich habe diese Situation sofort genutzt, um Videoaufnahmen zu machen, da sie gut zu meinem Thema passen.
Nebel ist für mein Projekt interessant, da er physikalisch dämpfend wirkt: Er absorbiert Schallwellen, wodurch Geräusche leiser wahrgenommen werden, und lässt das Licht nur teilweise durch.
Zusammen mit dem Sonnenuntergang entstand so eine sehr friedliche Stimmung. Da der Tag zu Ende ging, wurde es allgemein ruhiger. Diese Kombination aus visueller Stille und auditiver Stille wollte ich festhalten.
Heute war ich wieder im Engadin. Die Natur wirkt hier auf mich optisch sehr beruhigend und löst sofort ein Gefühl von Stille aus. Doch die auditive Realität sieht oft anders aus: Samedan hat einen Flughafen und eine Rega-Basis, und im Herbst finden vor der Wintersaison noch viele Bauarbeiten statt. Dazu kommt der Strassenlärm.
Um diesen Kontrast einzufangen, bin ich spazieren gegangen und habe gezielt Videos von Wasser und Bergen gemacht.
Der Kontrast: Ich habe Aufnahmen gemacht, bei denen der Gegensatz sehr stark ist. Man sieht die ruhige Natur, hört aber im Hintergrund die Strasse oder einen Helikopter.
Am Abend bin ich noch einmal ins Dorf gegangen. Im Engadin gibt es viele Brunnen, die ich als Motiv genutzt habe.
Atmosphäre: In den meisten Gassen herrschte Totenstille. Das einzige Geräusch war das Plätschern der Brunnen oder vereinzelt eine Kirchenglocke. Diese ruhige Stimmung habe ich festgehalten.
Im Dorfkern ist mir dann eine besonders tolle Aufnahme gelungen: Gerade als ich die Kamera gestartet hatte, lief ein Fuchs vorbei. Er rannte zweimal über den Platz. Da es so still war, konnte man auf der Aufnahme sogar hören, wie seine Tatzen auf dem Boden aufschlugen.
Am nächsten Tag fuhren meine Familie und ich über den Albulapass zurück nach Zürich. Dabei haben wir einige Zwischenstopps eingelegt, die ich für weitere Aufnahmen nutzte.
Ich habe die Passstrasse in zwei verschiedenen Videos gefilmt. Hier zeigte sich ein extrem harter Kontrast:
Später hielten wir an einem gefrorenen See an. Dort bin ich direkt in der Stille "angekommen". Auch auditiv herrschte hier Ruhe, abgesehen von ein wenig Vogelgezwitscher. Das nehme ich jedoch nicht als Lärm wahr, sondern eher als entspannend.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich fast nur ruhiges und stilles Material gesammelt. Deshalb habe ich entschieden, mich nun bewusst auf lautere und hektischere Situationen zu konzentrieren. Dafür bin ich am Abend mit dem Zug nach Zürich gefahren.
Mein erstes Video habe ich beim "Rice Up" in der Halle gemacht. Dort waren viele Leute, alles war in Bewegung und im Hintergrund lief laute Musik. So konnte ich sowohl visuelle als auch auditive Hektik einfangen. Danach filmte ich in der grossen Halle des Hauptbahnhofs beim Weihnachtsmarkt. Durch die Akustik der Halle wirkte das Stimmengewirr sehr laut und die Szene war extrem belebt.
Der dritte Standort war direkt an der Bahnhofstrasse. Es regnete, und die Menschen liefen mit ihren farbigen Regenschirmen unter der "Lucy"-Weihnachtsbeleuchtung umher.
Visuell ist die Aufnahme eigentlich perfekt geworden. Leider hatte ich wieder Komplikationen mit dem Mikrofon, weshalb kein Ton aufgenommen wurde. Ohne den Stadtlärm fehlt der Aufnahme die Wirkung.
Die letzte Aufnahme machte ich zurück am Bahnhof in Uerikon. Ich filmte den ganzen Ablauf: Der Zug fährt ein, Leute steigen ein, und er fährt laut wieder an.
Interessant ist hier der Kontrast: Zuerst ist es sehr laut, aber sobald der Zug weg ist, wird alles schlagartig wieder still. Der Bahnhof ist leer, und man hört nur noch das Geräusch des Zuges, der in der Ferne verschwindet, und den Regen.
An diesem Tag bin ich an den Flughafen gefahren, um neue Videoaufnahmen zu machen. Mein Ziel war diesmal, den konstanten Lärm einzufangen, der die Umgebung des Flughafens dominiert.
Zuerst habe ich mich am Rand der Landepiste positioniert und verschiedene Blickwinkel ausprobiert, um zu testen, wie sich die Wahrnehmung ändert. Bei der ersten Einstellung sieht man nur die leere Landepiste. Das Flugzeug nähert sich von hinten, aber man sieht es nicht – man hört nur, wie der Lärm langsam anschwillt. Es wird extrem laut, bis es schliesslich an einem vorbeifliegt und auf der Piste landet. Erst dann wird es wieder etwas ruhiger, auch wenn der allgemeine Flughafenlärm bleibt.
Als Kontrast dazu habe ich bewusst vom Flughafen weg in das "ruhige" Naturschutzgebiet gefilmt, während hinter mir die Flugzeuge durchflogen. Dabei habe ich gemerkt, dass der Bildwinkel eine enorme Auswirkung hat: Wenn man die Landepiste nicht sieht, erwartet man als Zuschauer Stille. Wenn diese Stille dann plötzlich durchbrochen wird, entsteht ein spannender Überraschungseffekt.
Danach habe ich den Ort gewechselt und bin zu einer Brücke mit Blick auf die Startpiste gegangen.
Das war jedoch schwierig, da unter der Brücke eine stark befahrene Strasse verläuft. Der Strassenlärm war so laut, dass die startenden Flugzeuge gar nicht mehr richtig herausstachen, weswegen ich dann den Standort gewechselt habe.
Danach bin ich zu einem Fluss in der Nähe weiter gezogen, der sehr idyllisch aussah. Dabei habe ich nur den Fluss gefilmt, während die Flugzeuge über mich flogen, aber nicht im Bild waren. Das erzeugte einen widersprüchlichen Kontrast, da man die visuelle Stille des Wassers sieht, aber den Lärm hört. Wenn man die Quelle des Lärms nicht sieht, kann das sehr irritierend wirken.
Als Vergleich dazu habe ich eine Aufnahme gemacht, wo man beides sieht: die Natur und das Flugzeug. Da man hier die Quelle sieht, weiss man sofort, woher der Lärm kommt.
Zum Schluss habe ich noch direkt in den Himmel gefilmt. Dabei ist eine sehr schöne Aufnahme entstanden: Man sieht, wie die Flugzeuge über mir in den Wolken verschwinden. Das Spannende daran ist, dass das Flugzeug zwar visuell weg ist (in der Wolke), der Lärm aber trotzdem noch da bleibt.
Da ich an diesem Sonntag erst um 22:00 Uhr mit dem Zug aus dem Engadin in Zürich ankam, dachte ich mir, dass dies der perfekte Zeitpunkt für ein paar Videoaufnahmen wäre. An einem Sonntagabend ist in Zürich normalerweise nicht viel los und die Weihnachtsmärkte sind bereits geschlossen.
Ich bin direkt zur Bahnhofstrasse gegangen für meine erste Aufnahme. Überraschenderweise waren dort noch ziemlich viele Leute unterwegs. Ich konnte eine gute Aufnahme machen, da viel los war: Autos, Trams und Menschen zogen vorbei.
Leider hatte ich hier wieder Schwierigkeiten mit dem Mikrofon. Ich hatte die Kanäle nicht weit genug geöffnet, weshalb die Tonaufnahme zu leise geworden ist. Ich hoffe aber, dass ich den Ton im Schnitt noch verstärken kann.
Anschliessend bin ich die Bahnhofstrasse weitergelaufen, am St. Annahof vorbei und noch ein bisschen weiter zum Paradeplatz. Dort habe ich zwei weitere Aufnahmen gemacht. Hier merkte man den Unterschied zu einem Samstagabend in Zürich deutlich: Es waren nur noch wenige Leute unterwegs, die Strassen waren nicht mehr so voll und es fuhren nur noch wenige Trams.
Als Nächstes bin ich hinauf zum Lindenhof gegangen. Dort oben war absolut gar nichts los. Man hörte die Stadtgeräusche nur aus der Ferne und ab und zu das Plätschern eines Brunnens, sonst war es still. Dieser Ort hatte einen sehr beruhigenden Effekt auf mich. Man kann sich vom Stadtlärm entfernen und alles von oben beobachten.
Hier würde ich die Situation als "still" definieren, gerade weil man den Kontrast kennt: Man weiss, wie laut es unten in der Stadt ist. Wenn man sich etwas entfernen kann, fühlt es sich für diesen Moment wie Stille an. Ich habe hier einmal zum Grossmünster und einmal zur ETH gefilmt.
Danach ging es zur Münsterbrücke. Ausser ein paar Leuten, die vorbeigelaufen sind, war es dort eigentlich leer. Von diesem Standort aus hatte man einen Ausblick auf die Quaibrücke, über die Autos und Trams fuhren.
Ähnlich wie beim Lindenhof konnte ich das Geschehen von weitem beobachten, während es bei mir selbst ruhig war. Der Ton der Stadt wirkte dadurch leicht gedämpft, da er aus der Distanz kam.
Zum Schluss habe ich noch kurz den Weihnachtsmarkt besucht. Da dieser schon um 23:45 Uhr geschlossen hatte, bot sich mir ein seltenes Bild. Auf der Aufnahme ist alles schön still; nur im Hintergrund hört man ein paar Stimmen von Leuten, die ebenfalls noch durch die Gassen gingen.
Normalerweise kennen wir das komplette Gegenteil: Weihnachtsmärkte sind oft so vollgestopft, dass man kaum vorankommt. Es war schön, den Markt einmal von dieser ruhigen und leeren Seite kennenzulernen.
An diesem Tag bin ich um 06:30 Uhr auf den Zug gegangen. Ich wollte ein paar Aufnahmen von Zürich während der Stosszeiten machen.
Ich baute mein Equipment am HB auf und begann zu filmen. Nach etwa einer Minute wurde ich jedoch von einem jungen Mann vom SBB-Sicherheitsdienst unterbrochen.
Er erklärte mir, dass Filmen aus der Hand zwar erlaubt sei, aber sobald man ein Stativ benutzt, auf dem SBB-Areal zwingend eine Drehbewilligung erforderlich ist.
Da ich keine Bewilligung hatte, musste ich den Dreh sofort abbrechen.
Dieser Vorfall hatte direkte Auswirkungen auf meinen weiteren geplanten Filmorten. Ursprünglich wollte ich auch noch am Bahnhof Stadelhofen und im Flughafengebäude filmen. Da diese Bereiche aber ebenfalls zum SBB-Areal oder überwachten Zonen gehören, musste ich diese Orte von meiner Liste streichen.
Für zukünftige Projekte weiss ich nun, dass ich für Innenaufnahmen an Bahnhöfen oder mit professionellem Equipment (Stativ) im öffentlichen Verkehrsbereich Vorlaufzeit für Genehmigungen brauche. Ich habe mich deshalb entschieden, ab jetzt nicht mehr auf SBB-Areal zu filmen.
Ich disponierte um und ging ans Bellevue. Dort konnte ich die Stosszeit problemlos filmen.
Hier war extrem viel los. Sowohl visuell (Menschenmassen, Verkehr) als auch auditiv (Lärmpegel) konnte ich genau die Hektik einfangen, die ich gesucht hatte. Das ist eine super Ergänzung zu meinen sonst eher ruhigen Videos.
Zum Schluss ging ich an die Seepromenade, wo es vergleichsweise ruhig war. Hier machte ich zwei spezifische Aufnahmen, um mit Distanz und Wahrnehmung zu spielen:
Obwohl man visuell das Chaos auf der Brücke sieht, hört man den Strassenlärm nur sehr gedämpft aus der Ferne. Im Vordergrund hörte man stattdessen kreischende Möwen.
Hier entstand wieder dieser spannende Widerspruch: Das Bild strahlt Ruhe aus, aber auf der Tonspur ist der Stadtlärm (Trams, Autos im Hintergrund) deutlich zu hören. Visuelle Stille heisst in der Stadt eben selten auditive Stille.
In dieser Nacht bin ich extra um 02:30 Uhr aufgestanden, um mit dem Auto nach Zürich zu fahren. Mein Plan war, an denselben Orten wie tagsüber zu filmen, in der Erwartung, dort absolute Stille vorzufinden. Doch die Realität zeigte sich teilweise anders.
Zuerst machte ich eine Aufnahme im Seefeld. Dort war absolut nichts los; man hörte nur das Plätschern eines Brunnens. Niemand war auf der Strasse: kein Tram, kein Auto, kein Mensch.
Danach fuhr ich zum Opernhaus, ging zur Theaterstrasse und filmte mitten auf der Strasse.
Hier war es deutlich lauter als erwartet, da gerade eine Lieferung mit einem Lastwagen ausgeladen wurde. Auch um diese Uhrzeit waren vereinzelt Autos und Menschen unterwegs.
Weiter vorne am Bellevue positionierte ich mich am exakt gleichen Ort wie bei den Stosszeiten-Aufnahmen. Zwar fuhren auch hier ein paar Autos vorbei, aber das störte mich nicht.
Wenn man diese Aufnahme mit der vom Tag vergleicht, erkennt man den riesigen Unterschied. Es ist zwar nicht lautlos, aber im Vergleich extrem ruhig. Genau das war der Grund, warum ich am selben Standort zu unterschiedlichen Zeiten gefilmt habe: Um direkt aufzuzeigen, was "laute Stadt" versus "leise Stadt" wirklich bedeutet.
Der dritte Ort war beim Stadelhofen (ausserhalb des SBB-Areals). Ich filmte die geschlossene "Hot Drinks"-Bar und den leeren Ausgang, wo sonst Menschenmassen strömen.
Hier wurde mir klar: Eine Stadt ist nie so ruhig wie die Natur (z.B. der Albulapass). Auch nicht in der Nacht.
Wie ich schon erwähnt habe, kann man Stille nur definieren, wenn man den Kontrast kennt. Vielleicht ist es nachts in Zürich auditiv nicht perfekt leise, aber es ist visuell still und viel leiser als am Tag. Weil ich den lauten Kontrast kenne, empfinde ich diese Nachtaufnahme trotzdem als "still".
Auf dem Weg zurück zum Auto bemerkte ich beim Eingang des Weihnachtsdorfs, wie die Flammen in einer Metallkugel knisterten. Die Stadt war so ruhig, dass man dieses feine Geräusch tatsächlich hören konnte.
Ich versuchte, dieses Knistern einzufangen. Leider fuhren gerade mehrere Autos vorbei, doch wenn man in der Aufnahme genau hinhört, kann man das Feuer knistern hören.
Zum Schluss wollte ich an der Bahnhofstrasse (beim HB) filmen. Das kam jedoch anders als geplant: Mehrere Putzkräfte reinigten gerade die Strasse.
Das kam sehr unerwartet, da man denkt, nachts schlafen alle. Ich ging ein Stück weiter, sodass das Putzpersonal nicht im Bild war, aber man hört ab und zu das Wischen der Besen.
Am Paradeplatz reinigte sogar ein grosser Putzwagen den ganzen Platz. Ich habe trotzdem gefilmt, denn das ist die Realität: Nacht bedeutet nicht automatisch Stille.
Diese Aufnahme ist super geworden, weil sie beides zeigt. Zuerst ist der laute Putzwagen da. Als er aber um die Ecke biegt und wegfährt, kehrt schlagartig absolute Stille ein. Das ist ein extrem spannender Moment im Video.
Rückblickend muss ich feststellen, dass die technische Umsetzung – sowohl beim Bild als auch beim Ton – oft schwieriger war als gedacht. Besonders das Zusammenspiel von Mikrofon und dem Thema "Stille" führte zu unerwarteten Problemen.
Das Handling des Mikrofons erwies sich als echte Geduldsprobe. Ich musste lernen, dass technische Stille nicht einfach "nichts" ist.
Das Mikrofon neigt dazu, sehr stark zu verstärken. Wenn es in der Umgebung eigentlich still ist, versucht die Technik krampfhaft, ein Signal zu finden, was zu einem deutlichen Grundrauschen führt. Selbst wenn ich den Eingangspegel (Gain) manuell heruntergeregelt habe, blieb oft ein störendes Surren im Hintergrund.
Besonders deutlich wurde dieses Problem bei der Aufnahme am Bahnhof Uerikon. Hier hatte ich mit extremen Dynamik-Unterschieden zu kämpfen. Als der Zug einfuhr, war es extrem laut. Als er weg war, kehrte schlagartig Stille ein. Das Mikrofon verfügt offenbar über eine Art automatische Anpassung (Auto-Gain). Als der Zug weg war und der Pegel sank, regelte das Mikrofon automatisch hoch, um die Lautstärke zu halten. Das Ergebnis: Die eigentliche Stille wurde extrem laut und verrauscht wiedergegeben.
Ich hoffe, dass ich dieses technische Rauschen beim Schnitt noch herausfiltern oder zumindest reduzieren kann, damit die Stille wieder "sauber" klingt.
Auch bei der Kamera musste ich Kompromisse eingehen. Mir ist aufgefallen, dass die Videoqualität meiner aktuellen Kamera an ihre Grenzen stösst; die Aufnahmen wirken oft nicht zu 100 % scharf, wie man es von modernen Produktionen gewohnt ist.
Im Verlauf des Projekts hätte ich die Möglichkeit gehabt, auf eine Sony Alpha 7 IV umzusteigen.
Diese Kamera hätte eine deutlich bessere Bildqualität geliefert, besonders bei den schwierigen Lichtverhältnissen in der Nacht (besseres Rauschverhalten/ISO). Die Aufnahmen wären brillanter und schärfer gewesen.
Ich habe mich jedoch ganz bewusst dagegen entschieden. Hätte ich mitten im Projekt die Kamera gewechselt, wäre ein sichtbarer Bruch in der Bildästhetik entstanden. Die neuen Videos hätten ganz anders ausgesehen als die alten. Mir war es wichtiger, visuell konsistent zu bleiben und einen einheitlichen Look über das gesamte Projekt hinweg zu behalten, anstatt technisch perfekte, aber stilistisch unpassende Einzelvideos zu haben.
Nach den Aufnahmen ging es an die Nachbearbeitung. Hierfür musste ich eine Software finden, mit der ich Bild- und Tonspuren präzise und getrennt voneinander bearbeiten konnte. Nach meiner Recherche entschied ich mich für Adobe Premiere Pro 2025.
So bin ich im Detail vorgegangen:
Nach jedem Videodreh habe ich das Rohmaterial (Video und Ton) auf Google Drive abgespeichert und nach Drehtagen sortiert. Um die Videos zu bearbeiten, bin ich wie folgt vorgegangen:
Anschliessend habe ich in Adobe Premiere ein neues Projekt erstellt. Um die Übersicht zu behalten, habe ich meine Ordnerstruktur vom Computer im Programm nachgebaut:
Das Video zog ich dann in den Arbeitsbereich, die sogenannte Timeline. Hier wurden die Tonspur und die Videospur separat untereinander angezeigt.
Wenn ich mit der einminütigen Sequenz zufrieden war, ging es an das Speichern (Exportieren). Da ich Bild und Ton getrennt brauchte, habe ich zuerst die Tonspur in der Timeline gelöscht, sodass nur noch das Bild übrig blieb. Mit der Tastenkombination Strg + M öffnete ich das Export-Fenster.
Nach dem Video-Export kehrte ich zur Timeline zurück.
Dieses Format erzeugt zwar grosse Dateien (da es unkomprimiert ist), war aber für mich notwendig:
Da die Tonaufnahmen durch den internen Kompressor des Mikrofons teilweise starke Lautstärkeschwankungen aufwiesen, war eine Nachbearbeitung notwendig. Ich suchte nach einer Software, die mir einen präzisen Tonausgleich ermöglicht. Meine Wahl fiel auf Audacity, da dieses Programm kostenlos ist und alle nötigen Funktionen bietet.
Als Erstes habe ich jede Datei „normalisiert" (Menü: Effekt → Lautstärke und Kompression → Normalisieren).
Dieser Schritt bringt die Lautstärke der gesamten Aufnahme auf ein definiertes, sicheres Niveau. Zu leise Passagen werden angehoben, ohne dass der Klangcharakter verändert wird.
Bei Aufnahmen mit viel Stille oder einem hörbaren Grundrauschen habe ich zusätzlich die Funktion „Rausch-Verminderung" genutzt, um Störgeräusche zu filtern.
Automatische Filter stiessen an ihre Grenzen, da die Software nicht wissen kann, wie laut ein bestimmtes Geräusch (z. B. ein Brunnen) im Kontext klingen soll. Der Kompressor des Mikrofons hatte manche Stellen unnatürlich laut aufgenommen. Deshalb habe ich das Hüllkurven-Werkzeug genutzt:
Vorher (mit Kompressor-Artefakten):
Nachher (manuell angepasst):
Ein wesentlicher Teil der Feinbearbeitung war es, alle 60 Audiodateien auf ein einheitliches Lautstärkeniveau zu bringen.
Ziel war es, „Lautstärkesprünge" beim Wechseln der Videos zu vermeiden. Der Nutzer soll sich durch die Galerie klicken können, ohne ständig die Lautstärke am Computer oder Smartphone nachregeln zu müssen.
Durch diese technische Angleichung wird sichergestellt, dass wahrgenommene Lautstärkeunterschiede echt sind (also auf der Umgebung basieren) und nicht auf unterschiedlichen Aufnahmepegeln beruhen.
Sobald der Klang stimmig war, habe ich die Datei exportiert.
Warum dieses Format?
Während meines Projektes entstanden insgesamt 114 Videoaufnahmen. Da der Schnitt sehr zeitaufwendig ist und sich viele Motive ähnelten, musste ich eine strenge Auswahl treffen.
Ich habe jedes einzelne Video gesichtet. Aufnahmen, die technisch nicht sauber waren, habe ich direkt aussortiert.
Hier stellte ich mir die Kernfrage meines Projekts: Welche Aufnahmen zeigen den Kontrast zwischen Auditivem (Ton) und Visuellem (Bild) am besten?
Basierend darauf habe ich Duplikate entfernt und nur die aussagekräftigsten Perspektiven behalten.
Nach dieser Phase blieben 64 Aufnahmen übrig, die ich geschnitten habe.
Auch während der aktiven Arbeit in Adobe Premiere habe ich weiter ausgesiebt:
Nach diesem intensiven Auswahl- und Bearbeitungsprozess umfasst meine finale Sammlung 60 fertig geschnittene Videos.
Für die Präsentation des Kunstprojektes war die Wahl der richtigen digitalen Plattform entscheidend. Mein Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die technisch stabil ist, aber gleichzeitig keine Hürden für die Betrachter aufbaut. Hier ist die detaillierte Dokumentation meines Entwicklungsprozesses.
Zu Beginn des Projekts stand ich vor der grundlegenden Entscheidung: Soll ich eine installierbare App oder eine Webseite entwickeln?
Native Apps (für Windows, iOS oder Android) haben einen entscheidenden Nachteil: Sie schliessen Nutzer aus, die das "falsche" Gerät besitzen. Zudem ist die Hürde für Nutzer hoch, wenn sie erst eine Datei herunterladen und installieren müssen.
Um das Kunstprojekt möglichst barrierefrei zugänglich zu machen, entschied ich mich für eine browserbasierte Web-Applikation. Der Vorteil: Egal ob jemand am Smartphone (iPhone/Android), am Tablet oder am Desktop-PC sitzt – die Webseite funktioniert sofort über den Internetbrowser, ohne Installation.
Da ich keine professionelle Programmiererin bin, musste ich eine Technologie finden, die leistungsfähig ist, aber eine flache Lernkurve bietet. Ich verglich folgende Optionen:
Vue.js bot für mich den perfekten Kompromiss. Es ist bekannt für seine hohe Performance und nutzt moderne Techniken. Der entscheidende Vorteil war jedoch die Struktur: Alles (Code, Design, Inhalt) kann in einer einzigen, übersichtlichen Datei gespeichert werden. Das erleichterte mir das Verständnis und den späteren Upload enorm.
Die eigentliche Programmierung setzte ich mit moderner KI-Unterstützung um.
Eine Webseite besteht nur aus Text-Code. Die grossen Video- und Audiodateien können nicht direkt im Code gespeichert werden, da die Seite sonst extrem langsam laden würde. Ich benötigte also einen externen, leistungsstarken Speicherort (Cloud).
Ich entschied mich für die Google Cloud Platform aus folgenden Gründen:
Die technische Einrichtung:
Der nächste Schritt war die technische Verknüpfung von Programmcode und Mediendateien.
Ich kopierte den von Gemini erstellten Code in den Editor Visual Studio Code.
Im Code gab es eine Liste (Datenbank), in der jedes Video definiert wurde. Ich musste nun für jedes der 60 Werke manuell die öffentliche URL (Internetadresse) aus der Google Cloud kopieren und an der richtigen Stelle im Code einfügen. Jedes Element erhielt eine eindeutige ID, einen Titel, den Link zum Video und den Link zum Audio. Nur so weiss der Knopf auf der Webseite später, welches Video er abspielen muss.
Nachdem der Code fertig und lokal getestet war, musste er veröffentlicht werden. Ich benötigte einen Hosting-Dienst, der meine index.html-Datei weltweit verfügbar macht und mit einer Domain (Internetadresse) verknüpft.
Cloudflare betreibt ein weltweites Server-Netzwerk, was die Webseite extrem schnell macht. Zudem wird die Domain meiner Familie (stille.page) bereits dort verwaltet, was die Konfiguration vereinfachte.
Der Upload-Vorgang:
Im Verlauf des Projekts stiegen die Anforderungen an den Code und die Dateistruktur. Dies erforderte eine Anpassung meiner Arbeitswerkzeuge und Prozesse. Hier ist die Dokumentation meines Wechsels zu einer professionellen Entwicklungsumgebung.
Zu Beginn des Projekts nutzte ich das Chat-Interface von Gemini als primäre Programmierhilfe. Mit wachsendem Projektumfang stiess diese Methode jedoch an ihre Grenzen.
Je grösser die index.html und der dazugehörige Code wurden, desto schwieriger war es für das Chat-Fenster, den Überblick zu behalten. Es traten häufiger Fehler auf, da der Kontext bei zu viel Text verloren ging.
Ich wechselte zu Cursor.
Ein entscheidender Schritt zur Professionalisierung war die Einführung von GitHub.
GitHub ist eine Online-Plattform zur Versionsverwaltung. Man kann es sich als ein intelligentes Cloud-Archiv für Code vorstellen.
Warum ist es notwendig?
GitHub dient als zentraler Speicherort. Selbst wenn mein Laptop abstürzt, ist der aktuelle Code dort sicher gespeichert.
GitHub speichert nicht nur den aktuellen Stand, sondern jede einzelne Änderung, die ich je gemacht habe. Ich kann genau sehen, wann ich was geändert habe („Zeitreise-Funktion"). Falls ein neuer Code-Schnipsel die Seite kaputt macht, kann ich problemlos zu einer früheren, funktionierenden Version zurückkehren.
GitHub fungiert als Brücke zwischen meinem Laptop (Cursor) und dem Webserver (Cloudflare).
Um diesen automatisierten Arbeitsfluss herzustellen, mussten drei Komponenten miteinander verknüpft werden: Mein Laptop, GitHub und Cloudflare.
Durch diese Einrichtung hat sich mein Arbeitsprozess grundlegend verändert. Das manuelle Hochladen von ZIP-Dateien (Drag & Drop) gehört der Vergangenheit an.
Ich bearbeite den Code lokal in Cursor.
Wenn ich zufrieden bin, sende ich die Änderungen mit einem Klick („Push") an GitHub.
Wenige Augenblicke, nachdem ich auf meinem Laptop auf „Speichern" und „Senden" gedrückt habe, ist die Änderung weltweit auf der Webseite sichtbar. Das ist nicht nur schneller, sondern auch weniger fehleranfällig.
Da das Projektziel eine maximale Zugänglichkeit („Barrierefreiheit") vorsieht, wurde bewusst auf ein Login-System verzichtet. Um das öffentliche Gästebuch dennoch vor automatisierten Bots (Spam) und mutwilliger Zerstörung (Vandalismus) zu schützen, setze ich auf eine Kombination aus unsichtbaren technischen Hürden und logischen Barrieren.
Bots sind Programme, die Webseiten nach Formularen durchsuchen und versuchen, diese in Millisekunden auszufüllen.
Ich füge ein zusätzliches Eingabefeld in das Formular ein (z. B. benannt als „website" oder „email_confirm").
Dieses Feld wird per CSS für menschliche Besucher unsichtbar gemacht. Ein echter Nutzer sieht es nicht und lässt es leer. Ein Bot hingegen analysiert oft nur den Code, sieht das Feld und füllt es aus.
Sobald dieses unsichtbare Feld beim Absenden ausgefüllt ist, erkennt das System den Bot und blockiert die Nachricht sofort, ohne sie an die Datenbank zu senden.
Anstatt die Nutzer mit nervigen Bilderrätseln („Klicke alle Ampeln an") zu belästigen, nutze ich den Dienst Cloudflare Turnstile. Da die Webseite ohnehin über Cloudflare gehostet wird, lässt sich dies nahtlos integrieren.
Turnstile prüft im Hintergrund, ob sich der Besucher wie ein Mensch verhält (Mausbewegungen, Browserverhalten).
Für den Nutzer ist dies meist komplett unsichtbar oder erfordert nur einen einzigen Klick. Es bietet hohe Sicherheit ohne die Nutzererfahrung zu stören.
Um zu verhindern, dass eine einzelne Person das Gästebuch „flutet", wird eine zeitliche Sperre im Browser des Nutzers hinterlegt.
Nach dem Absenden eines Beitrags wird ein Zeitstempel im lokalen Speicher (LocalStorage) des Browsers gesetzt.
Das Formular wird für diesen Nutzer für eine definierte Zeit (z. B. 5 Minuten) gesperrt. Dies verhindert massenhaftes Spammen durch menschliche Akteure.
Falls automatisierte Angriffe zunehmen, kann eine kognitive Hürde aktiviert werden.
Eine einfache mathematische Aufgabe (z. B. „Was ist 3 + 4?"), die bei jedem Laden zufällig generiert wird.
Da Bots meist nur Textfelder füllen, scheitern einfache Skripte an der logischen Verknüpfung der Frage mit dem Antwortfeld.
Gegen inhaltlichen Vandalismus (Beleidigungen, unpassende Inhalte) helfen technische Hürden nur bedingt. Hier greifen zwei Strategien:
Eine Liste mit unzulässigen Wörtern wird hinterlegt. Enthält ein Beitrag eines dieser Wörter, wird das Absenden verweigert.
Beiträge werden in der Datenbank (Supabase) standardmässig mit dem Status pending (ausstehend) oder approved (genehmigt) gespeichert. Sollte das Gästebuch missbraucht werden, kann ich das System so umstellen, dass neue Beiträge erst sichtbar werden, nachdem ich sie im Backend freigeschaltet habe. Dies ist die „Notbremse" bei akutem Vandalismus.
Eline Brändle
Stäfa, Schweiz
E-Mail: [email protected]
Dieses Projekt entstand im Rahmen der schulischen Ausbildung an der:
Kantonsschule Uetikon am See
Bergstrasse 113/115
8707 Uetikon am See
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